„Fremdarbeiterlager“ Rottleberode

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„Fremdarbeiterlager“ Rottleberoder

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Einzelbaracke des Lagers

Neben dem KZ-Außenlager Heinrich befand sich in Rottleberode, wie in anderen Regionen des Kreises Sangerhausen ein sogenanntes Fremdarbeiterlager. Es lag in direkter Nachbarschaft zum KZ-Außenlager – am heutigen Waldschlösschen. Das Lager hatte eine Kapazität von 3.000 Personen und wurde ergänzt durch ein Sonderlager mit einer Kapazität von 200 Personen vor dem Ortseingang von Stolberg westlich der heutigen Straße Thyratal und der Stolberger Bahnstrecke. Bei den Fremdarbeitern handelte sich u.a. um Kriegsgefangene und anderen Zivilpersonen u.a. aus Frankreich, Belgien, Polen, Russland, Italien und Jugoslawien, welche zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Sie waren in 20 Wohnbaracken untergebracht, welche wiederum von einem Stacheldrahtzaun umgeben, die Organisation des Lagers erfolgte durch die „Deutsche Arbeiterfront“.

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Russische „Fremdarbeiter“ im Lager

Der Einsatz der Fremdarbeiter erfolgte im Bereich der Land- und Forstwirtschaft, aber auch in Klein- und Handwerksbetrieben in der Region. Als Hauptgrund der Entstehung des Lagers in Rottleberode ist die Erweiterung der Munitionsfabrik Stock & Co. Im Thyratal nördlich von Rottleberode zur Herstellung von Panzergranaten zu nennen. Heute ist von der Fabrik lediglich noch die Wohnbebauung, sowie Reste des hierfür geschaffenen Bahnsteiges an der Strecke nach Stolberg zu erkennen. Fundamentreste hinter den Wohnhäusern zeigen noch ein Teil des Ausmaßes der Fabrik. Bauliche Überreste des Fremdarbeitslagers in Rottleberode und Stolberg sind nicht mehr zu sehen. Auf diesen Flächen stehen heute Einfamilienhäuser.